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Partyfotos im Nachtclub oder in einer Disco sind eine Herausforderung. Und eine gute Möglichkeit, die Fähigkeiten der Kamera zu testen. Eine moderne Tanzfläche ist ein anspruchsvoller Ort, denn die Lichtverhältnisse in so einer Atmosphäre können einen Hobbyfotografen sehr verunsichern. Wie soll man ein Foto in einem dunklen Raum mit ständig wechselnden und blendenden Lichtstrahlen machen? Alles sorgfältig vorbereiten – das ist der wichtigste Punkt bei diesem Event.

 

Vorbereitung zum Fotografieren in Nachtclubs

– Man sollte damit rechnen, dass ein Getränk auf der Kamera verschüttet wird. Im schlimmsten Fall rempelt jemand den Fotografen an, der fällt hin und seine Kamera geht kaputt. Deshalb sollte man keine superteure Kamera mitnehmen. Für qualitativ hochwertige Fotos reicht eine einfache Spiegelreflexkamera aus.

– Verwenden Sie einen hochwertigen externen Blitz mit drehbarem Kopf für Ihre Kamera. Warum man einen drehbaren Blitzkopf braucht, erwähne ich später. Der eingebaute kleine Kamerablitz ist zwar bequem, aber man wird bereits in kurzer Zeit feststellen, dass er nicht ausreicht. Versuchen Sie dabei, die Bilder mit Blitz so zu machen, als ob Sie keinen Blitz verwenden. So werden Sie das Prinzip der Lichtverhältnisse verstehen. Mithilfe eines externen Kabels ist es möglich, einfach aus der Hand zu blitzen. Somit hat man einen seitlichen Lichteffekt, wie in einem Fotostudio. Doch ist dies ist sehr mühsam und nicht in jeder Lage umsetzbar. Daher empfehle ich, den externen Blitz direkt an der Spiegelreflexkamera zu befestigen.

– Bei der Auswahl einer passenden Linse sollte man ein lichtstarkes Objektiv wählen. Die Blende sollte so niedrig wie möglich sein. Die gängigsten Objektive fürs Fotografieren in Clubs und Discos sind solche mit 2.8 durchgehender Blende und mit einer Brennweite von ca. 20 – 120mm. Objektive mit Festbrennweite sind nicht unbedingt empfehlenswert. Sie sind zwar sehr licht stark (z.B. Nikkor 1.8 / 85mm), jedoch wird man je nach Situation vor Ort immer zu nah bzw. zu weit zum/vom Objekt entfernt sein. Meiner Meinung nach ist das Nikkor mit 4f durchgehender Blende und 24-120 mm Brennweite ideal für die Nachtfotografie, denn damit kann man schöne unauffällige Bilder im kleinen und großen Abstand machen. Außerdem ist es sehr lichtstark. Eine kostengünstigere Variante ist ein Tamron 2.8f mit Brennweite 28-75mm. Das ist eine leistungsstarkes Objektiv mit geringem Unterschied zu Original Nikon Objektiven (oder andere Hersteller, wie Canon). Jedoch ist die Fokussierung bei Tamron etwas langsamer, aber man kann damit leben. Bildstabilisatoren sind in der Nachtfotografie nicht notwendig. Das Bild unscharf zu bekommen ist ziemlich schwierig, denn beim Blitzen werden die Objekte „eingefroren“.

– Beschaffen Sie sich eine kompakte, aber geräumige Kameratasche.

– Ein wichtiger Punkt: kaufen Sie sich Ohrstöpsel. Vielleicht hört sich das blöd an, aber wenn Sie oft in Nachtclubs unterwegs sind, schadet die laute Musik Ihrem Gehör. Es müssen nicht die gelben Stöpsel sein, die jeder kennt 😉 Es gibt auch transparenten Gehörschutz.

Ausrüstung: DSLR, externer Blitz, Gehörschutz, 2 x Speicherkarten, Eneloop wiederaufladbare Batterien, Bouncer, Kameratasche

Blitzeinstellungen Club Fotografie SB-900 Blitzeinstellungen: Halbautomatik TTL mit -0.3 Unterbelichtung

Club Fotografie Kamera Einstellungen Blende ISO Belichtungszeit Nikon D700 Kameraeinstellungen: M-Modus mit ISO 2000, 1/40 Belichtungszeit, 3,5F Blende, RAW-Format und automatischem Weißabgleich

Club Fotografie Kamera Einstellungen Fokussierung Nikon D700 Kameraeinstellung: Fokussierung mit einem Messfeld. So kann in einer Menge von Leuten eine beliebige Person anvisiert werden.

Zeit zum Fotografieren in der Disco

So, nun sind Sie sorgfältig vorbereitet auf die Jagd nach schönen Club-Motiven. Akkus sind voll, Ersatzakkus sind geladen, zwei Speicherkarten in der Tasche.

Noch ein paar Punkte sollten Sie beachten, bevor Sie sich mit Ihrer Kamera auf den Weg machen. Wie fotografiert man richtig in einer Discothek?

  1. Zuerst müssen Sie lernen, den richtigen Platz zum Fotografieren zu finden. Bleiben Sie nicht an einer Stelle stehen, bewegen Sie sich, versuchen Sie zu experimentieren, sonst werden Sie keinen Erfolg haben. Fangen Sie an, irgendwo am Rand der Tanzfläche zu fotografieren. Achten Sie darauf, dass die Tanzfläche hinter dem Model ist, das Sie fotografieren möchten. Warum? Denn nur so können Sie das richtige Licht, die Atmosphäre und die Stimmung einfangen. Und nur so wird das Spiel von allen Lasern und Lichtern zu einem schönen und bunten Hintergrund.
  1. Wenn Sie etwas Einzigartiges schaffen möchten, um die Dynamik, die Action, die Lichter, die Stimmung der Gäste auszudrücken, dann gehen Sie direkt in die Mitte der Tanzfläche. Es wird nicht einfach sein, sich dort zu konzentrieren und ein erwünschtes Ergebnis zu bekommen. Es kann ziemlich eng und eventuell gefährlich für Ihr Equipment sein. Es lässt sich auch nicht vermeiden, dass jemand Sie antippt mit dem Spruch „Ey, mach mal ein Foto!“
  1. Man liest gelegentlich, dass es einfacher ist, mit Stativ zu fotografieren. Schwachsinn! Vergessen Sie es. Es ist sehr umständlich, das Stativ immer aufzubauen und außerdem besteht keine Gefahr, dass Sie verwackelte bzw. unscharfe Bilder bekommen. Warum? Weil durchs Blitzen die Objekte „eingefroren“ werden.
  1. Stellen Sie einen hohen ISO Wert ein – 1500 bis 2500. Haben Sie keine Angst vor dem Qualitätsverlust. Bilder mit niedriger Auflösung (max. 1200 Pixel Breite/Höhe) werden trotzdem noch gut sein. Außerdem kann man unterschiedliche Filtern zur Rauschunterdrückung verwenden oder direkt in Adobe Lightroom die Bilder „glätten“. Einige Fotografen stellen ihren ISO Wert sogar auf über 6000 und die Bilder sind immer noch TOP. Ebenso ist es empfehlenswert, in RAW Format zu fotografieren.
  1. Fotografieren Sie im manuellen Modus M mit langer Belichtungszeit (ca. 1/8 Sekunde) und maximal offener Blende. Vorausgesetzt Sie fotografieren nur eine Person – das können Sie, ohne dass das Bild an gewissen Stellen des Models unscharf wird. Bei mehreren Personen / Gruppenfotos sollten Sie eine Blende ab 4,5 verwenden. So stellen Sie sicher, das alle Personen auf dem Bild scharf sind.
  1. Fotografieren Sie nicht im Auto-Modus. Wenn Sie über ständig neue Kameraeinstellungen nicht nachdenken möchten, warum benutzen sie in der Disco eine „Profi“ Kamera? Wenn Sie Auto-Modus lieben, dann können Sie gleich ein Smartphone benutzen.
  1. Achten Sie darauf, dass Ihr Blitz nicht zu hell eingestellt ist. Er wird auf unterschiedliche Weise eingesetzt. Und zwar so:
    1. Indirektes Blitzen (ohne Bouncer) – meine Lieblingsmethode. Sie richten Ihren Blitzkopf komplett nach oben. So bekommen Sie schöne Schatten auf dem Bild. Oder Sie drehen den Blitzkopf schräg in eine beliebige oder passende Richtung. Vorausgesetzt, es sind weiße Decken vorhanden. Nur so kann das Licht wieder zurück strahlen. Bei schwarzen Decken ist das fast unmöglich bzw. Sie werden einen starken Blitz brauchen und ein paar Akku-Packungen pro Nacht verbrauchen.
    2. Direktes Blitzen (ohne Bouncer) – nicht empfehlenswert. Der Blitzkopf wird direkt auf die Person gerichtet. So blitzen Sie das Model an und werden sofort feststellen, dass die Person zu kantig wirkt, keine weichen Schatten entstehen, außerdem sitzt ein heller Fleck auf der Stirn. Wenn die Person schwitzt, sieht es noch schlimmer aus. Mit indirektem Blitzen werden diese Probleme vermieden. Es gibt aber Vorteile: Ihre Blitz-Akkus halten ewig.
    3. Direktes Blitzen (mit Bouncer) – eine oft genutzte Methode. Bei schwarzen (hohen) Decken kann man nicht indirekt blitzen. Genau da kommt der Bouncer zum Einsatz. Das Licht wird nicht mehr so kantig wirken. Der Bouncer kann aber auch beim indirekten Blitzen eingesetzt werden. Was hilft ist nur: experimentieren, experimentieren, experimentieren…
  1. Drücken Sie den Auslöser mehrmals. Besonders bei Gruppenfotos sind 3 bis 6 Auslöser notwendig – ein Bild, auf dem die Augen aller Personen geöffnet sind, ist dann dabei. Auch bei Schnappschüssen sind bis zu 20 Auslöser sinnvoll, um ein oder zwei passende Motive auszusuchen.

Hier einige Beispiel Bilder mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen:

ISO: 2500 | Blende: 2,8 | Belichtungszeit: 1/4 Sekunde | Brennweite: 28mm | Ohne Blitz | Fokussierung mit einem Messfeld

Club-Showgril-direktes-Blitzen ISO: 2500 | Blende: 4 | Belichtungszeit: 1/25 Sekunde | Brennweite: 75mm | Direktes Blitzen mit Bouncer | Fokussierung mit einem Messfeld

Club-Showgirls-mit-Gegenlicht-LichtstrahlerISO: 2500 | Blende: 3,5 | Belichtungszeit: 1/20 Sekunde | Brennweite: 75mm | Ohne Blitz | Fokussierung mit einem Messfeld

Club-Showgirl-ohne-Blitz ISO: 3200 | Blende: 2,8 | Belichtungszeit: 1/30 Sekunde | Brennweite: 48mm | Ohne Blitz | Fokussierung mit einem Messfeld

ISO: 2500 | Blende: 2,8 | Belichtungszeit: 1/30 Sekunde | Brennweite: 72mm | Indirektes Blitzen ohne Bouncer | Fokussierung mit einem Messfeld

Club-Girl-Hase-lange-Belichtungszeit ISO: 2500 | Blende: 2,8 | Belichtungszeit: 1/4 Sekunde | Brennweite: 28mm |Indirektes Blitzen | Fokussierung mit einem Messfeld | Leichtes Wackeln der Kamera während Auslöser für verschmierten Außenbereich

Club-Fokussierung-vorderes-Objekt ISO: 2500 | Blende: 3,5 | Belichtungszeit: 1/50 Sekunde | Brennweite: 75mm | Indirektes Blitzen | Fokussierung mit mehreren Messfeldern

Club-Bild-von-oben-Vogelperspektive ISO: 2500 | Blende: 2,8 | Belichtungszeit: 1/20 Sekunde | Brennweite: 28mm | Indirektes Blitzen | Fokussierung mit einem Messfeld

Checkliste – Mein persönliches Equipment für Clubfotografie

 

Feinheiten und Gefahren der Nachtfotografie in Clubs

– In Locations solcher Art wird gern und oft die Nebelmaschine aktiviert. Dann muss man aufpassen, dass kein Nebel zwischen Kamera und dem Motiv ist. Nebel hinter dem Motiv ist kein Problem. So wirkt das Bild sogar etwas „volumiger“.

– Die tanzenden Gäste sind oft alkoholisiert. Dabei halten sie ihre Gläser oder Flaschen in der Hand. So kann es passieren, dass ein Cocktail oder ein Bier über Ihre Geräte verschüttet wird. Mein Tipp: Wenn Sie durch die Menge laufen, halten Sie Ihre Kamera über den Kopf. So vermeiden Sie jegliche Zusammenstöße.

– Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, betrachten Sie nicht ständig die gemachten Bilder auf dem Kameradisplay. Denn sofort kommen neugierige Models und wollen die Bilder anschauen. So verlieren Sie nur Zeit mit Plaudern.

– Fühlen Sie sich wohl im Club, dann suchen Sie ein ruhiges Plätzchen, um bereits einige Bilder aussortieren. Dann wissen Sie in etwa, wie viele brauchbare Bilder Sie tatsächlich gemacht haben.

– Zum Schluss der wichtigste Ratschlag, wie man im Club fotografiert. Es ist ganz einfach: Sie müssen experimentieren, denn nur die persönliche Erfahrung und Einzigartigkeit geben Ihnen die Möglichkeit, sich aus der Masse der Fotografen abzuheben. Viel Erfolg im Nachtleben!